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Was ist Hochbegabung?

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DGhK-Kurs Mikroskopieren: zwei junge Forscher am MikroskopWährend umgangssprachlich hochbegabt häufig mit „hochkreativ“ gleichgesetzt oder gar aus besonders guten Leistungen auf Hochbegabung gefolgert wird, gelten Fachleuten zunächst einmal alle diejenigen als „hochbegabt“, die bei einem geeigneten, seriösen IQ-Test einen Intelligenzquotienten von 130 oder höher erreichten. Hochbegabt in diesem Sinne sind etwa 2% der Bevölkerung.

Ein IQ von 130 oder mehr bedeutet zunächst einmal, komplexere Denkstrukturen und schnellere Verknüpfungsmöglichkeiten mitzubringen. Ob und wie sich diese dispositionellen Eigenschaften in konkretes Verhalten umsetzen, steht auf einem ganz anderen Blatt, und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Neuere Publikationen von Wissenschaftlern bemühen sich daher um ein Verständnis von Hochbegabung, das über den reinen IQ-Wert hinausgeht.

So sehen z.B. Mönks und Ypenburg (1996) Kreativität und Motivation als Faktoren, die zu den hohen intellektuellen Fähigkeiten hinzukommen müssen – Hochbegabung als Schnittmenge dieser drei Bereiche ist für diese Wissenschaftler zudem eingebettet in die und abhängig von der Qualität der Beziehungen zu Schule, Elternhaus und Freundeskreis.

Das Münchner Hochbegabungsmodell (Heller u.a. 2005) ist noch differenzierter: Hier wird die intellektuelle Fähigkeit nur als eine von etlichen Begabungsfaktoren aufgeführt, neben u.a. kreativen Fähigkeiten, praktischer Intelligenz usw. Eine Hochbegabung kann sich auch dem Münchener Modell zufolge jedoch nur entfalten, wenn zu den Begabungsfaktoren auch „nichtkognitive Persönlichkeitsmerkmale“ hinzukommen wie z.B. Stressbewältigungs- und Konzentrationsfähigkeit, und wenn sich die Begabungsfaktoren auch in günstigen Lernumwelten entwickeln, etwa in einem geeigneten familiären Umfeld. Das Münchner Hochbegabungsmodell bezieht zudem alle genannten Faktoren noch auf Leistungsbereiche wie Mathematik oder Kunst.

Ulrike Wolf, DGHK-BB

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